EM

Vom 11. bis 18. Oktober findet in Sloweniens Hauptstadt Ljubljana die Individual-EM statt. Antworten auf die wichtigsten Fragen zu den Titelkämpfen
Grünes Herz Europas, Geliebte oder auch Drachenstadt: Ljubljana trägt viele Kosenamen. Mitte Oktober wird die slowenische Hauptstadt außerdem für acht Tage zur europäischen Tischtennis-Hauptstadt: Vom 11. bis 18. Oktober findet dort die Individual-EM statt. Nach der Mannschafts-WM in London im Mai ist sie das bedeutendste Turnier, das in diesem Jahr auf dem alten Kontinent ausgetragen wird.
Ein Jahr nach den Team-Europameisterschaften in Zadar (Kroatien), bei denen die Goldmedaillen an die deutschen Frauen und die französischen Männer gingen, findet diesmal die Individual-EM statt. Das bedeutet, es werden insgesamt fünf Konkurrenzen ausgespielt: das Einzel bei den Damen und Herren, das Doppel bei den Damen und Herren sowie das Mixed.
Austragungsort ist die Stozice-Halle. Die Multifunktionsarena, die 2010 als Teil eines gleichnamigen Sportparks fertiggestellt wurde, liegt nah am Stadtzentrum und war schon Schauplatz von zahlreichen Sport- und Musikveranstaltungen, u.a. der Basketball- und Volleyball-Europameisterschaft. Sie hat ein Fassungsvermögen von bis zu 12.000 Zuschauern. Bei der Tischtennis-EM wird es circa 7.000 Plätze geben.

Basketball, Volleyball – und nun Tischtennis: Die Stozice-Halle ist Schauplatz der EM
Bei der bislang letzten Individual-EM in Linz vor zwei Jahren gewannen Sofia Polcanova (4:1 Sätze im Endspiel gegen Bernadette Szocs) und Alexis Lebrun (4:0 gegen Benedikt Duda) die Titel. Beide zählen auch diesmal zum engsten Favoritenkreis. Die Setzliste bei den Damen, die sich an der Europarangliste orientiert, führt Sabine Winter an, die im Frühjahr mit dem Europe Top 16 Cup in Montreux bereits den anderen bedeutenden kontinentalen Titel der Saison gewann. Außerdem werden Szocs (Rumänien) und Ying Han auf den vorderen Plätzen erwartet. Bei den Männern sind Truls Moregardh und Felix Lebrun, der als Nummer eins der Europa-Rangliste die Setzliste anführt, die Topfavoriten. Beide streben nach ihrem ersten EM-Titel im Einzel. Eine besondere Rolle nimmt Darko Jorgic ein: Der formstarke Slowene ist als Local Hero Gesicht und Zugpferd der Veranstaltung – und gleichzeitig ein aussichtsreicher Kandidat für den Titel.
Der Deutsche Tischtennis-Bund (DTTB) schickt sieben Männer und fünf Frauen zur EM. Der Überhang bei den Männern kommt durch zwei persönliche Startplätze zustande, die sich Andre Bertelsmeier und Wim Verdonschot mit ihrem Finaleinzug bei der U21-EM im Juni in Cluj erspielten. Neben den beiden Top-Talenten zählen Dang Qiu, Dimitrij Ovtcharov, Patrick Franziska und Benedikt Duda zum Aufgebot. Den fünften Platz im Kader vergab Herren-Bundestrainer Jörg Roßkopf an Kay Stumper, der erstmals bei einer Individual-EM startet. Bei den Frauen hatte Bundestrainerin Tamara Boros vier Kader-Plätze frühzeitig an Sabine Winter, Ying Han, Nina Mittelham und Annett Kaufmann vergeben. Den fünften Startplatz sicherte sich Franziska Schreiner. Die 24-Jährige setzte sich Mitte September in einem internen Ausscheidungsturnier durch.

Das Gesicht der EM: Lokalmatador Darko Jorgic
Insgesamt dauert das Turnier acht Tage, vom 11. bis 18. Oktober. An den ersten drei Wettkampftagen findet in den Einzel-Wettbewerben die Qualifikation statt, die in drei K.-o.-Runden gespielt wird. Am Mittwoch, 14. Oktober, startet die Hauptrunde der jeweils besten 64 Spielerinnen und Spieler. Einen Tag zuvor beginnt die Hauptrunde in den drei Doppel-Wettbewerben, in denen jeweils 32 Paarungen antreten. Die Endspiele am Finalwochenende verteilen sich auf drei Tage:
Mixed: Freitag, 16. Oktober, 20.15 Uhr
Doppel, Frauen: Samstag, 17. Oktober, 19.30 Uhr
Doppel, Männer: Samstag, 17. Oktober, 20.15 Uhr
Einzel, Frauen: Sonntag, 18. Oktober, 17 Uhr
Einzel, Männer: Sonntag, 18. Oktober, 17.50 Uhr
Der Streaming-Dienst Dyn, der sich jüngst die Übertragungsrechte für Großevents der Europäischen Tischtennis-Union (ETTU) bis 2028 gesichert hat, zeigt ausgewählte Spiele und die Finalrunden exklusiv. Weitere Spiele werden voraussichtlich auf dem Kanal der ETTU, ettu.tv, zu sehen sein. •
jal
Fotos: ETTU, imago/Dreamstime, imago/sportfotodienst